Tradition & Form

Eine Kunst ist nur dann lebendig, wenn sie sich weiterentwickelt. Die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge wissen das seit Jahrhunderten und beleben ihre Kunst immer wieder mit neuen Impulsen. Jahr für Jahr entstehen neue Kreationen, die bei Liebhabern und Sammlern für Aufsehen sorgen. Manche neue Idee ist stark in der Tradition verwurzelt, einige Handwerker beleben eine alte Technik mit neuem Schwung, wieder andere gehen völlig neue Wege und präsentieren Figuren, die es so noch nie gegeben hat.

Um dieses Engagement und den Ideenreichtum zu fördern, hat der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller gemeinsam mit der ehemaligen Sparkasse Mittleres Erzgebirge, heutige Erzgebirgssparkasse, und dem ehemaligen Landkreis Mittleres Erzgebirge, heutigen Erzgebirgskreis, 1995 den Wettbewerb "Tradition & Form" ins Leben gerufen. Seit 2009 beteiligt sich die Tageszeitung "Freie Press" mit der Vergabe eines Publikumspreises durch die Leser an der Auszeichnung. Jedes Jahr werden besonders innovative und attraktive Neuerungen mit diesem weit über die Branche hinaus beachteten Designpreis ausgezeichnet.

Preisträger "Tradition und Form 2012"

Zum achtzehnten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und mit der Zeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition und Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 28 Firmen mit insgesamt 30 Erzeugnissen. Die aus 12 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab fünf Hauptpreise. Außerdem wurden ein Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse und ein Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises sowie zwei weitere Sonderpreise für das Lebenswerk vergeben. Auch in diesem Jahr werden die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis auswählen. Dazu werden nach einer Vorauswahl durch die Jury und der "Freien Presse" 20 der eingereichten Exponate in der Zeitung und im Internet veröffentlicht. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden zur Leipziger Messe Cadeaux vom 1. bis 3.9.2012 in der Präsentation Erzgebirge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preisübergabe findet am Freitag, den 26.Oktober 2012, um 16 Uhr in der Galerie des Frohnauer Hammers in Annaberg-Buchholz statt. Dort werden die ausgezeichneten Exponate auch in einer gemeinsamen Ausstellung mit dem Verbandes Erzgebirgischer Schnitzer e. V. bis zum 3.2.2013 zu sehen sein.

Hauptpreis und Publikumspreis der Leser der "Freien Presse"

Kunsthandwerk Björn Köhler, Eppendorf; "Schlingel"; Gestalter: Björn Köhler

Die Figur des "Schlingels" wurde von Björn Köhler als Maskottchen und Preis für das gleichnamige Chemnitzer Kinderfilmfestival entwickelt und in diesem Jahr in verkleinerter Form in limitierter Serie für den Verkauf hergestellt. Auch mit dieser Figur ist es Björn Köhler wieder gelungen, ein hochwertiges und witziges Erzeugnis im Design seiner Werkstatt mit hoher Aussagekraft zu gestalten. Wie alle seine Figuren zeichnet sich auch der "Schlingel" durch eine hohe Qualität in der Verarbeitung aus. Hervorhebenswert ist auch die gelungene Umsetzung des dynamischen Erscheinungsbildes der Figur in entsprechende ausschließlich gedrechselte Körperteile. Mit 227 von insgesamt 2079 abgegebenen Stimmen wählten auch die Leser der Tageszeitung "Freien Presse" den "Schlingel" als ihren Favoriten und somit zur Auszeichnung mit dem Publikumspreis.

Hauptpreise

Günter Reichel - Werkstatt moderner Figurenbildnerei, Pobershau; "Hosen - Hasen", Gestalter: Andreas Fleischer

Mit der sechsteiligen Serie "Hosen - Hasen" ist der Werkstatt Günter Reichel und dem Gestalter Andreas Fleischer erneut eine Figurenserie gelungen, welche sich durch formale und technische Eigenständigkeit sowie durch hohe Qualität auszeichnet. Dadurch, dass alle Details plastisch/ reliefartig ausgeführt werden, sind vielfältige Haltungen und Posen möglich, welche über die derzeitig vorgestellten hinausgehen. Wie immer aus dieser Werkstatt werden die "Hosen - Hasen" mit dazu gestalteter Verpackung, Banderole, Leporellos und Präsentationshilfsmittel angeboten. Der witzige Charakter der "Hosen - Hasen" wird auch durch das konsequent verwendete Stabreimprinzip sowohl bei der Bezeichnung der Serie als auch bei den verwendeten Namen der Hasen - Herbert, Hubert, Holger, Hugo, Heiner und Helmut - unterstrichen.

Firma Karsten Braune, Pulsnitz; "Wippel Zippel", Gestalter: Karsten Braune

Die Miniaturserie charakterisiert eine aus der Drehform resultierende Beweglichkeit und zeichnet sich durch eine einfache Gestaltung aus, welche durch unterschiedliche Accessoires und verschiedene Farbgebung vielfältige Variationsmöglichkeiten gestattet. Damit hat Karsten Braune erneut ein witziges, kleines aber hochwertiges hölzernes "Mitbringsel" aus dem Erzgebirge geschaffen, welches durch ein passendes Verkaufsdisplay ergänzt wird.

Erzgebirgische Volkskunst Wolfgang Braun, Deutschneudorf; Farbige Engel sowie naturbelassene / gebeizte Engel und Bergmann aus Linde; Gestalter: Wolfgang Braun

Ausgehend von dem traditionellen Engel und Bergmann hat Wolfgang Braun mit den farbig lasierten Engeln in Regenbogenoptik neue Akzente gesetzt, welche in Verbindung und Ergänzung mit den naturbelassenen gebeizten Engel und Bergmann die klassische Schlichtheit und Aussagekraft dieser Figuren verdeutlichen. Durch die Oberflächengestaltung, welche mittels der dekorativen Verwendung von Holzblumen zusätzlich aufgewertet wird, erhalten die Engel ein eigenständiges Erscheinungsbild, welches eine Verwendung über den weihnachtlichen Lichterengel, z. B. als Tauf- oder Konfirmationsgeschenk, hinaus ermöglichen.

Volkskunstwerkstatt Torsten Unger; Steinberg; "Lignulum Arcus", Gestalter: Torsten Unger

Mit dem "Lignulum Arcus" erfolgt unter Verwendung der RGB LED-Lichttechnik eine bemerkenswerte moderne Umsetzung des traditionellen erzgebirgischen Schwibbogens, welche durch eine neu gestaltete Kurrende mit Kirche, Häusern und Bäumen komplettiert wird. Das unter der Bezeichnung "Lignulum" (lat. Holz und Licht) entwickelte Design ist geeignet, eine jüngere design- und technikorientierte Kundengruppe anzusprechen und dieser die Traditionen der Erzgebirgischen Volkskunst weiterzugeben. 

Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse

Kleinkunst aus dem Erzgebirge Müller GmbH, Seiffen; Moderne Ganzjahrespyramide mit Vogelhochzeit; Gestalter: Michael Broßmann, Thomas Hensel, Anja Möller

Mit der Ganzjahrespyramide ist es gelungen, eine moderne, nichtweihnachtliche Pyramide in der Farb- und Formensprache der Firma in hoher gestalterischer Qualität zu entwickeln. Die Darstellung des Motivs, die Gestaltung des Pyramidenkörpers, die pastelle Farbigkeit und die Blütenform des Flügelrades verbinden sich zu einem harmonischen Gesamteindruck, der auch aufgrund des fröhlich-witzigen Ausdrucks geeignet ist, breite Kundenkreise - darunter auch jüngere - anzusprechen.

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises

Verband Erzgebirgischer Schnitzer e. V., Schneeberg Der Sonderpreis des Landrates geht in diesem Jahr an einen Verein der in der Tradition des 1922 gegründeten "Verband Erzgebirgischer Bildschnitzer" steht und somit sein 90-jähriges Jubiläum begeht. Der Verband Erzgebirgischer Schnitzer e. V. vereint heute 18 Vereine und Einzelschaffende mit insgesamt ca. 250 Mitgliedern aus dem gesamten Erzgebirge. Der Verband hat sich der Bewahrung und Weiterentwicklung der Tradition des erzgebirgischen Schnitzens verschrieben. Das Schnitzen ist ein unverwechselbarer Bestandteil des erzgebirgischen Brauchtums. Mit Präzision, Leidenschaft und Liebe zum Detail verstehen es die Schnitzer, einzigartige Kunstwerke und damit Volkskunst zu schaffen, die charakteristisch für unsere Region ist. Das besondere Engagement des Verbandes beweist, dass Tradition nichts Altes oder Verstaubtes in sich trägt. Sie wird durch Kreativität und Individualität weiterentwickelt und immer wieder neu interpretiert. Nur so bleibt sie auch lebendig. Von daher steht im Verband die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und deren Förderung in den Vereinen, Schulen und der Schnitzschule im Vordergrund. Dieses Engagement ist hoch zu bewerten. Das Vermitteln von Traditionen und Grundwerten an die junge Generation ist gleichwohl persönlichkeitsbildend und trägt zu einer sinnvollen Freizeitbetätigung und einem befördernden Miteinander in der Gemeinschaft bei.

Sonderpreise für das Lebenswerk

Holzbildhauermeister und Anerkannter Kunsthandwerker Reinhold K. Müller, Stützengrün

Die Auszeichnung von Reinhold K. Müller mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk erfolgt anlässlich seines 30jähriges Jubiläum als Holzbildhauermeister. In dieser Zeit hat er immer nur eins geschnitzt: Die Weihnachtsbotschaft. Dabei hat er stets versucht nicht immer Gleiches zu produzieren, sondern - wie in seinem beruflichen und gesellschaftlichen Werdegang auch - Spielräume kreativ zu nutzen. Insofern war es für ihn selbstverständlich, dass er nicht mit dem Gedanken gespielt hat, in eine Massenproduktion einzusteigen, da damit sein Gefühl für die Aussage seiner Figuren verloren gegangen wäre, wie er es selber einschätzt. Anregungen zu seinen Arbeiten holt Reinhold K. Müller sich nicht nur aus der sprachlichen Übermittlung der biblischen Geschichte selbst. Er versucht, sich in die Zeit hineinzuversetzen und so seine Krippenszenen mit Leben zu erfüllen. Das einfache Volk ist es, das seine Krippendarstellungen so lebendig macht, seien dies die Gefolgsleute der Heiligen Drei Könige, die Hirten oder die römischen Soldaten. Auch seine Kunden werden von ihm aufgefordert, sich Gedanken über ihre eigenen Krippen zu machen.

Drechslermeister und Diplomingenieur Rolf Steinert, Olbernhau

Rolf Steinert erhält den Sonderpreis für sein Lebenswerk vor allem für seinen maßgeblichen Beitrag an der Erzeugnisentwicklung im Bereich der Erzgebirgischen Volkskunst in den vergangenen 50 Jahren. - 3 - Schon während seiner Ausbildung zum Ingenieur für Holztechnik und zum Drechslermeister war der gelernte Bau- und Möbeltischler sowie Drechsler an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg tätig. 1966 wurde er Sekretär der Erzeugnisgruppe Raum- und Tafelschmuck und war der geistige und organisatorische Vater des 1968 gegründeten Warenzeichenverbandes für Kunsthandwerk und Kunstgewerbe e. V., dessen Geschäftsführer er bis 1990 war. In dieser Tätigkeit nahm er wesentlich Einfluss auf die Erzeugnisentwicklung in der Erzgebirgischen Volkskunst und auf das gesamte Kunstgewerbe der ehemaligen DDR. Unter seiner Führung wurden Qualitätsrichtlinien entwickelt, welche heute noch Bestand haben. Hervorhebenswert ist auch sein Beitrag für die Entwicklung und den internationale Rechtsschutz von Qualitätsmarken und geografischen Herkunftsangaben. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Publikationen und zwei Fachbücher. 1990 überführte er den Warenzeichenverband in den Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V., dessen erster Vorsitzender er bis 1994 war und dessen Ehrenmitglied er seitdem ist. Seit der ersten Preisvergabe Tradition & Form 1995 ist er Mitglied in der Jury. Von Rolf Steinert ging auch die Initiative zur Durchführung des ersten internationalen Drechselsymposiums in Deutschland im Jahre 2000 in Olbernhau aus, das noch heute große Ausstrahlung hat, und dessen maßgeblicher Organisator er gemeinsam mit dem Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. war.

Preisträger "Tradition & Form 2011"

Zum siebzehnten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Sparkasse Mittleres Erzgebirge, dem Erzgebirgskreis und der Zeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition und Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 34 Firmen mit insgesamt 44 Erzeugnissen. Die aus 11 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab fünf Hauptpreise und einen Preis für "Hervorragende Traditionspflege". Außerdem wurde ein Sonderpreis der Sparkasse Mittleres Erzgebirge und ein Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises sowie zwei weitere Sonderpreise für das Lebenswerk und für ein Firmenjubiläum vergeben. Auch in diesem Jahr konnten die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis auswählen. Dazu wurden nach einer Vorauswahl durch die Jury und der "Freien Presse" 27 der eingereichten Exponate in der Zeitung und im Internet veröffentlicht. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden zur Leipziger Messe Cadeaux vom 3. bis 5.9.2011 in der Präsentation Erzgebirge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preisübergabe erfolgt am Vorabend des" Tages des traditionellen Handwerks", dem 15.10.2011, um 17.30 Uhr im Olbernhauer TIVOLI.

Hauptpreise:

KWO Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH; Räuchermannserie "Kleine Kerle", Gestalter: Andreas Fleischer

Mit der Räuchermannserie "Kleine Kerle" setzt die KWO ihre bereits mehrfach ausgezeichnete Räuchermannentwicklung erfolgreich fort. Andreas Fleischer ist es gelungen, einen Räuchermanntyp zu entwickeln, der sich deutlich von den bereits vorhandenen unterscheidet und einen eigenständigen Charakter besitzt. Hervorhebenswert ist die Integration des Rauchabzuges aus dem Grundkörper heraus in die humorvolle Gestaltung der Räuchermänner. Ein eigens für die Räuchermannserie geschaffenes Verkaufsdisplay ermöglicht eine ansprechende und optimale Präsentation im Fachhandel.

Kunstgewerbliche Drechslerei Gunter Schalling, Seiffen; Pyramidenserie "Fluglichter", Gestalter: Thomas Schalling

Mit dieser Pyramidenserie bestehend aus der Hänge- und der Schwebepyramide "Nova" wurde eine moderne zeitlose Pyramidenserie entwickelt, welche auch außerhalb der Weihnachtszeit als Leuchtobjekt gut zur Wohnraumdekoration verwendet werden kann. Durch die sich bewegenden Lichter - davon auch der Name "Fluglichter" abgeleitet - entsteht ein interessantes Licht- und Schattenspiel. Auch diese Pyramidenserie zeichnet eine qualitativ hochwertige Verarbeitung, wie alle Erzeugnisse der Werkstatt, aus.

Holzspielzeug Regine Lipkowski, Falkenau; Lauftiere "Totter Toys", Gestalter: Lutz Lipkowski

Mit den "Totter Toys" wird altes Spielzeug neu belebt. Das funktionale Grundprinzip, welches perfekt umgesetzt ist, der selbständige Lauf der Tiere auf einer schiefen Ebene oder durch ein Gewicht, gibt den insgesamt acht verschiedenen Motiven einen einmaligen Reiz. Durch die Bewegung allein aufgrund der Schwerkraft haben diese Lauftiere einen hohen Spielwert, der im wohltuenden Gegensatz zu modernen technischen Spielzeug steht. Positiv ist auch das günstige Preis- Leistungsverhältnis zu bewerten.

Werkstätten Flade, Olbernhau; Spieldosenzyklus "Der alte Apfelbaum in den vier Jahreszeiten", Gestalterin: Kerstin Drechsel

 Mit der Auszeichnung würdigt die Jury sowohl die herausragende Figurenbildnerei der Olbernhauer Werkstatt, als auch die Harmonie zwischen Sehen und Hören. Letzteres durch die passende Auswahl der Melodie zu dem jeweiligen jahreszeitlichen Motiv der Spieldose. Eine hochwertige filigrane Fertigung unter Verwendung zusätzlicher Materialien, wie Papier und Glasgranulat, führte zu einer einzigartigen Spieldosenserie.

Designatelier F, Witzschdorf; "Schwebeengel 100+1", Gestalter: Andreas Fleischer

Mit den auf eine Anzahl von 101 jährlich limitierten Schwebengeln hat Andreas Fleischer ein sehr geschmackvolles und exklusives Erzeugnis in traditioneller Spaltflächenoptik geschaffen. Auch durch eine verschiebbare Aufhängung aus Silberdraht kann der Schwebengel sehr stimmungsvoll eingesetzt werden. Neben einer anspruchsvollen Verarbeitung zeichnet das Erzeugnis eine hochwertige individuelle Verpackung aus beschriftbaren Vlies aus.

Preis für "Hervorragende Traditionspflege":

Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT; Kuttenräuchermänner

Es kann davon ausgegangen werden, dass vor ca. 80 Jahren der erste "Kuttenräuchermanns" in der Firma Paul Sternkopf in Gahlenz hergestellt wurde. Entwickelt wurde dieser Räuchermann wahrscheinlich vom damaligen technischen Leiter und späteren Mitinhaber Herrmann Dietrich. Bis auf Kriegs- bzw. Nachkriegs bedingten Unterbrechungen wird dieser Räuchermanntyp bis heute in seiner Grundform unverändert trotz mehrmaligen Eigentümerwechsel am gleichen Standort in verschiedenen Varianten in Gahlenz produziert. In den 30er-Jahren gesellte sich dann noch ein weiterer, runder Kuttenräuchermanntyp hinzu, welcher auch Bestandteil des Firmenlogos ist und ebenfalls bis heute in vielen Variationen aber in der Grundform unverändert gefertigt wird.

Sonderpreis der Sparkasse Mittleres Erzgebirge:

ULMIK - Erzgebirgische Volkskunst aus Seiffen, Pyramide "Weihnachtsgeschichte", Gestalter: Mike Glöckner

Mit dem Sonderpreis wird die asymmetrische Gestaltung der Pyramide sowie die schlichte, aber ausdrucksstarke Gestaltung der Figuren gewürdigt. Bemerkenswert ist auch das zweifarbig in den Farben der Pyramide gestaltetet Flügelrad. Eine hochwertige Verarbeitung rundet den positiven Gesamteindruck ab.

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises:

Kunsthandwerk Werner Gläßer, Seiffen; Lichtspirale "Helix", Gestalter: Pierre Gläßer

In der Lichtspirale "Helix" wird die Drehbewegung als Folge von aufsteigender Wärme ohne Flügelrad durch die Spirale selbst erzeugt. Das Prinzip gestattet eine andere Sichtweise auf die ursprüngliche klassische Pyramidenform und schafft gleichzeitig vollkommen neuartige und faszinierende Lichtspiele. Damit fügt sich die Lichtspirale "Helix" sehr gut in ein modernes Wohnumfeld ein. Der Landrat würdigt mit seinem Sonderpreis auch das über 100-jährige verdienstvolle Schaffen der Seiffener Kunsthandwerksstätte.

Publikumspreis der Leser der Freien Presse" und Sonderpreis für das 25-Jährige Firmenjubiläum

Drechslerei Kuhnert GmbH, Rothenkirchen; Osterhasengruppe "Stupsi"; Gestalterin: Simone Küffner

155 von 1440 teilnehmenden Leser der Tageszeitung "Freie Presse" sprachen sich für die lustige Osterhasengruppe aus. Damit würdigten sie gleichzeitig die Leistung der Drechslerei Kuhnert, die sich seit 25 Jahren der Herstellung Erzgebirgischer Volkskunst widmet. Zunächst aus einer Hobbytätigkeit von Frieder Kuhnert entstanden, beschäftigt das Unternehmen heute unter Leitung von Frank Kuhnert 70 Mitarbeiter und stellt über 600 verschiedene Erzeugnisse her. Kennzeichnend für die Entwicklung der Firma sind die ständigen Innovationen sowohl im technologischen als auch im gestalterischen Bereich. Es wurden dabei durch die Nutzung neuer Technologien und Materialien erfolgreich zahlreiche - auch für die Erzgebirgische Volkskunst insgesamt - neue Erzeugnisse entwickelt. Beispielhaft steht dafür, die von der Gestalterin Simone Küffner, mit der die Drechslerei Kuhnert GmbH schon langjährig zusammenarbeitet, in diesem Jahr entwickelte Osterhasengruppe "Stupsi".

Sonderpreis für das Lebenswerk:

Bernd Sparmann, Schneeberg

Der 1946 in Dresden geborene Schnitzer ist seit 1971 in Schneeberg ansässig. Er leitete in den siebziger Jahren zeitweise die PGH Schneeberger Volkskunst und wurde 1985 zum Gestalter dieser Genossenschaft berufen. Seit 1992 ist er als freiberuflicher Holzbildhauer und Zinngießer tätig. Bernd Sparmann gehört zu den herausragenden Schnitzern des Schneeberger Raumes. Mit seinen vor allem figürlichen und szenenhaften Bergwerksdarstellungen, sowohl geschnitzt als auch in Zinn gegossen bzw. in der Verbindung beider Materialien, hat er Maßstäbe gesetzt. In seiner gesamten Schaffenszeit war und ist er noch heute sehr engagiert für die Pflege der Erzgebirgischen Volkskunst und des bergmännischen Brauchtums. Olbernhau, den 3.8.2011 Form 2011

Preisträger "Tradition & Form 2010"

Zum sechzehnten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Sparkasse, dem Erzgebirgskreis und mit der Zeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition und Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 29 Firmen mit insgesamt 32 Erzeugnissen. Die aus 10 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab fünf Hauptpreise und einen Preis für "Hervorragende Traditionspflege". Außerdem wurde ein Sonderpreis der Sparkasse Mittleres Erzgebirge und ein Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises sowie ein weiterer Sonderpreis für das Lebenswerk im Zusammenhang mit einem Firmenjubiläen vergeben. Auch in diesem Jahr konnten der Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis auswählen. Die ausgezeichneten Erzeugnisse wurden zur Leipziger Messe Cadeaux vom 4. bis 6.9.2010 in der Präsentation Erzgebirge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preisübergabe findet am 11.11.2010 um 18.00 Uhr in der neueröffneten "Manufaktur der Träume" in Annaberg-Buchholz statt. Dort werden die ausgezeichneten Exponate dann auch bis zum Januar 2011 zu sehen sein.

Hauptpreise:

Drechslerei Martin, Eppendorf; "Möwen", Gestalter: Torsten Martin

Zum zweiten Mal erhielt die Drechslerei Martin einen Hauptpreis. In Fortsetzung und Weiterentwicklung der 2002 ausgezeichneten Serie die "Launevögel" erhielt, die in drei Größen gefertigte Serie, die "Möwen" die Auszeichnung. Hervorzuheben ist an der Serie, dass diese weitestgehend aus einfachen geometrische Formen, wie Kugel und Tropfen, bestehen und farblich dem natürlichen Erscheinungsbild der Möwen entsprechen. Durch die etwas skurrile Ausführung insbesondere der "Sturmmöwe" mit ihren Südwester und Gummistiefeln erhält die ganze Serie in positiver Weise einen witzigen Eindruck. Auch diese Arbeit von Torsten Martin zeichnet wieder eine hervorragende Verarbeitung aus.Die "Möwen" von Torsten Martin erhielten auch den Publikumspreis der Leser der Tageszeitung "Freie Presse". Insgesamt beteiligten sich 1800 Leser, wovon sich 230 für die "Möwen" aussprachen.

Drechslerei und Holzgestaltung Knut Dietze, Olbernhau; "Teigarmengel aus gespaltenem Holz"

Mit der Preisvergabe an Knut Dietze, welcher zum dritten Mal einen Hauptpreis erhält, würdigte die Jury die Verwendung von gespaltetem Holz als gestalterisches Element in Verbindung mit mehreren traditionellen Handwerkstechniken, wie Drechseln und Teigarmherstellung. Die lasierende Farbgestaltung, welche Äste und Risse sichtbar bleiben lässt, betont die Urwüchsigkeit des natürlichen Werkstoffs Holz. Verschiedene Hanfhaargestaltungen, unterschiedliche Größen sowie variable Flügelstellungen geben jeder Figur einen individuellen Charakter. 

Raum- und Tafelschmuck Gabriele Günther, Neuhirschstein; Pyramiden "alea" und "sphaera"; Gestalter: Frank Günther

Auch in diesem Jahr würdigte die Jury mit der Preisvergabe wieder Pyramiden, welche auf ihre ursprünglichste Form, Flügelrad, Achse und Wärmequelle reduziert sind, mit einem Hauptpreis.  Das gestalterische Grundelement sind in beiden Fällen einfachste geometrische Formen, die des Würfels bei der Pyramide "alea" (lat. für Würfel) und die der Kugel bei Pyramide "sphaera" (lat. für Kugel), welche konsequent beibehalten wurden. Im bewussten Kontrast dazu stehen,  die verwendeten hochwertigen Materialien, wie Nussbaum und gebürsteter Edelstahl. Eine ansprechende, extra gestaltete Verpackung runden das hochwertige Erscheinungsbild und die hervorragende Verarbeitung ab.

Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT; "Musikalisches Sextett" Gestalter: Sylva-Michèle Sternkopf, Gundolf Berger

Mit dem "Musikalischen Sextett" wird die hochwertige Serie moderner Engel der Sternkopf-Edition aus der Gahlenzer Manufaktur um ein eigenständiges Element erweitert. Die schlichte Eleganz der Engel wurde bewahrt und in Verbindung mit den entsprechenden Musikinstrumenten auf ein neues Niveau gehoben. Dies ist umso mehr zu würdigen, da dies in einer Größe von 16 cm erfolgt, in der es wenig vergleichbare Musikantenfiguren im Erzgebirge gibt. Die moderne Eleganz des "Musikalischen Sextett" wird durch die für  die Manufaktur typische hochwertige Verarbeitung noch unterstrichen. Anerkennenswert ist auch, dass diese Musikantenengel sowohl als Einzelfiguren zum Sammeln als auch auf einer Grundplatte zu Deko-Zwecken attraktiv angeboten werden.

Erzgebirgische Holzwaren Ebert GmbH, Olbernhau; "Würfelspiel Architecto", Gestalter: Jürgen Ebert

Das ausgezeichnete Erzeugnis vereint die Funktion eines Baukastens mit dem eines Würfelspiels. Auf geradezu einfachste Weise werden schon Kinder im Vorschulalter angeregt, sich spielerisch mit  Formen auseinander zu setzen.  Darüber hinaus kann auch die ganze Familie am gemeinsamen Spiel teilnehmen. Die einfache Ausführung der insgesamt 60 Architekturelemente in naturbelassener Buche ermöglicht einen günstigen Preis und einen unmittelbaren Kontakt mit dem Werkstoff Holz.  

Preis für "Hervorragende Traditionspflege": Holzspielzeug und Kunstgewerbe Peter Ulbricht, Seiffen; "Kletterfiguren"

Vor ca. 52 Jahren wurden durch Walter Werner, einem der bekanntesten Seiffener Kunsthandwerkerker, die erste Kletterfigur entwickelt und auch kurze Zeit gefertigt. Die Produktion wurde dann von Kurt Werner, dem Vater von Walter Werner, fortgeführt. Dieser Übergab die Herstellung um 1978 an seinen Schwiegersohn, Klaus Ulbricht. Die Fertigung der Kletterfiguren erfolgte zu DDR-Zeiten in einem heute kaum noch vorstellbaren Umfang von mehreren 100.000 Stück jährlich. Obwohl inzwischen die Serie auf 19 verschiedene Kletterfiguren erweitert wurde, blieb das Grundprinzip, eine einfache Mechanik mit der sich durch Ziehen am Ende des Seiles die Kletterfigur raupenartig nach oben bewegt, wie auch die Figur des ersten "Bergsteiger" unverändert.  Sie werden heute von Peter Ulbricht, welcher im Jahr 2000 die Werkstatt von seinen Vater übernahm, weiter gefertigt. 

Sonderpreis der Sparkasse Mittleres Erzgebirge: Werkstätten Flade, Inh. Kerstin Drechsel, Olbernhau; "Die Schatzkästchen"; Gestalterin: Birgit Müller

Mit dem Sonderpreis wird die Idee gewürdigt, im verschiedenen Ambiente die Figuren der Werkstätten Flade in einem variablen Rahmen passend und hochwertig zur Geltung zu bringen, und  durch individuell gestaltete Rückseiten mittels austauschbarer Fotos Anlass und Personen bezogen nahezu beliebig variieren zu können.  Beispielheft wird dies durch eine hervorragend gestaltete kleine Broschüre an Händler und Endkunden vermittelt.

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises: Holzbildhauerei Silvia Kalbe, Schneeberg; "Kurrende - geschnitzt, 16cm, fünfteilig"

Die geschnitzten Kurrendefiguren liegen ganz in der Tradition der für den Raum Schneeberg und dem gesamten Westerzgebirge typischen Holzschnitzerei und weisen trotzdem in ihrer anmutigen und lieblichen sowie kindhaften Gestaltung die unverwechselbare Handschrift von Silvia Kalbe auf.Die lasierende Farbgebung unterstützt den positiven Gesamteindruck, zu dem auch die ausgezeichnete Verarbeitung gehört. Als Besonderheit tragen je eine Kurrendesängerin und ein Kurrendesänger anstelle der üblichen Laternen eine Grubenlampe. Der Landrat würdigt mit seinem Sonderpreis in diesem Jahr im Besonderen die traditionelle Holzschnitzerei. Dieses Handwerk ist untrennbar mit dem Erzgebirge verbunden. Es ist in dieser Einzigartigkeit der Darstellung zu erhalten und zu fördern. Die Holzbildhauerin Silvia Kalbe vertritt durch Ihr herausragendes Können dieses traditionelle Handwerk eindrucksvoll.

Sonderpreis für das Lebenswerk: Klaus Kolbe, Seiffen

Der 1944 geborenen Seiffener Kunsthandwerker Klaus Kolbe hat mit seinem Werk einen unverwechselbaren Beitrag zur Erzgebirgischen Volkskunst geleistet, welchen die Jury anlässlich des zwanzig jährigen Firmenjubiläum mit einem Sonderpreis würdigte. Die in diesem Zeitraum in der Werkstatt von Klaus Kolbe entstandenen Schwibbögen zeichnen sich durch filigrane kunsthandwerklichen Darstellungen, welche oftmals beweglich sind, vor einem handgemalten beleuchteten Panorama aus. Die dargestellten Motive sind überwiegend der Geschichte des erzgebirgischen Bergbaus, mit der sich Klaus Kolbe intensiv beschäftigte, entlehnt. Beispielhaft kommt dies in den mechanischen und auf konkrete geschichtliche Personen bzw. Ereignisse bezogene Schwibbögen der "Agricola- Trilogie" zum Ausdruck. Das Wirken von Klaus Kolbe wurde durch vielfältige Auszeichnungen gewürdigt. So erhielt Klaus Kolbe bereits 1995 für seinen Schwibbogen "Vom Bergmann zum Spielzeugmacher" einen der ersten Hauptpreise der Auszeichnung "Tradition & Form" überhaupt. Dem folgte 1997 wiederum ein Hauptpreis für den Schwibbogen "Dresdner Frauenkirche mit Striezelmarkt". Mehrfach erhielt er auch einen Förderpreis des Handwerks.   

Preisträger "Tradition und Form 2009"

 

Zum fünfzehnten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Sparkasse, dem Erzgebirgskreis und erstmalig mit der Zeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition und Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 24 Firmen mit insgesamt 27 Erzeugnissen. Die aus 10 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab drei Hauptpreise und einen Preis für "Hervorragende Traditionspflege". Außerdem wurde ein Sonderpreis der Sparkasse Mittleres Erzgebirge und erstmalig Sonderpreise des Landrates des Erzgebirgskreises und der Zeitung "Freie Presse", letzterer als Publikumspreis, sowie zwei weitere Sonderpreise im Zusammenhang mit Firmenjubiläen vergeben. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden zur Leipziger Messe Cadeaux vom 5. bis 7.9.2009 in der Präsentation Erzgebirge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Übergabe der Preise erfolgt am 20.9.2009 anlässlich des "Tages des Kunsthandwerkers" im Lichtensteiner "Daetz-Centrum".Dort werden die ausgezeichneten Exponate dann auch zu sehen sein.

Hauptpreise

 

Annedore Krebs - Spielfiguren, Grünhainichen; Strategiespiele "Caro" und "Carotop"; Gestalter: Annedore Krebs

Mit der Preisvergabe würdigte die Jury die zugrunde liegende Spielidee, welche eine hohe Variabilität auszeichnet, in Verbindung mit einer qualitätsvollen gestalterischen und  handwerklichen Leistung. Hervorzuheben ist auch die vielseitige Ausstattung und differenzierten Gestaltungsmittel der Spiele unter Einbeziehung der "anne krebs puppen", welche es dem Spieler ermöglicht, phantasiereiche und kreative Lösungen zu finden.   

Holzgestalter Matthias Hillig, Görbersdorf; "Flügelrad"; Gestalter: Hartmut Ringel und Matthias Hillig

Die Jury würdigte die einfache und sachliche Form des Flügelrades, welche die Pyramide auf ihre wesentlichste Funktion reduziert. Durch spezielle Farbmischungen und Patina in Verbindung mit Aluminium und Edelstahl wird die Schlichtheit des Flügelrades noch unterstrichen. Die offene Form ermöglicht eigene Gestaltungsvarianten, welche auch eine von Weihnachten unabhängige Dekoration ermöglicht. Auch diese Arbeit von Matthias Hillig, welcher bereits zweimal mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurde,  zeichnet wieder eine hervorragende Verarbeitung in Verbindung mit einer optimalen Verpackung und Produktbeschreibung aus. 

Emil A. Schalling KG, Seiffen; Pyramide "Black Delta"; Gestalter: Matthias Schalling

Die erstmalig in dieser Form verwendete schwarze Farbgebung des Pyramidengestells schafft einen hervorragenden Kontrast zu den weißen Figuren und Symbolen der Weihnachtsgeschichte (Gestalter Günter Schwoboda)  und gibt dieser einen würdigen Rahmen. Mit der Preisvergabe würdigte die Jury auch die konsequente Umsetzung des "delta-Prinzips" in der Pyramide, welches von den Wendeleuchtern, welche sowohl die Verwendung von Pyramidenkerzen als auch von Teelichten ermöglichen, über das Pyramidengestell bis in die Pyramidenflügel reicht. Eine sehr gute handwerkliche Verarbeitung, wie sie für die Emil A. Schalling KG selbstverständlich ist, zeichnet auch diese Pyramide aus.

Preis für "Hervorragende Traditionspflege"

Volker und Heiko Flath GbR, Seiffen; "Miniaturgespanne"

Mit Heiko Flath (geb. 1982) wird der traditionelle Seiffener Handwerksbetrieb gemeinsam mit seinen Vater Volker Flath (geb. 1956) seit 2008 in fünfter Generation fortgeführt. Seit 1905 ist diese Handwerkstradition mit der Fertigung von Miniaturgespannen verbunden. In diesem Jahr brachte die Ur-Urgroßmutter Maria Flath (1862-1923) die ersten 16 Miniaturgespanne auf dem Markt. Unter dem Urgroßvater Arthur Flath (1887-1961) wurden diese weiterentwickelt und z. B. im Jahr 1924 24.000 Stück dieser Gespanne hergestellt und in alle Welt versandt. Nachdem unter Günther Flath (geb. 1932) die Produktion der Seiffener Miniaturgespanne aufgrund der Vorliebe für Plastikfahrzeuge 1960 eingestellt werden musste, wurde diese mit Einstieg von Volker Flath 1986 unverändert auf vielfachen Sammlerwunsch wieder aufgenommen und bis heute fortgeführt.  

Sonderpreis der Sparkasse Mittleres Erzgebirge

Miniaturendrechslerei Uhlig, Lengefeld; Serie "Pocket-Art"; Gestalter Uwe und Petra Uhlig

Mit dem Sonderpreis wurde die konsequente Weiterentwicklung der bereits 2007 mit einem Hauptpreis ausgezeichneten Serie "Weihnachtsbaum für die Hosentasche" hin zu einer ganzjährigen Serie mit neuen Motiven gewürdigt. Auch das passend gestaltete Verkaufsdisplay unterstreicht den hohen gestalterischen und handwerklichen Anspruch den Uwe Uhlig an seine Erzeugnisse stellt.

 

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises

Original ULMIK - Erzgebirgische Volkskunst aus Seiffen; Serie Leuchter und Vasen "Modern-Line"; Gestalter: Mike Glöckner

Die Leuchter- und Vasenserie besticht durch ihre schlichte Eleganz, welche sich durch die Kombination einfacher geometrischer Formen ergibt und durch moderne Farbgebung noch unterstrichen wird. Durch die stark reduzierte Figurengruppe ist eine Verbindung zur Erzgebirgischen Volkskunst als auch für jedes Element ein individuelles Erscheinungsbild gegeben. Der Landrat des Erzgebirgskreises würdigt mit dem Sonderpreis vor allem das Bestreben der Firma ULMIK, neues modernes Design mit Erzgebirgischer Volkskunst gelungen zu verknüpfen. 

 

Sonderpreise

Holzwerkstatt Gernegroß, Inh. Friedmar Gernegroß, Dorfchemnitz

In der dritten Generation führt Friedmar Gernegroß (geb. 1950) gemeinsam mit seiner Frau Karin (geb. 1956) den 1919 von seinem Großvater Max Gernegroß (1882-1954) gegründeten Handwerksbetrieb seit dem Tod seines Vaters Roland Gernegroß (1921-1985) fort. Waren es zur Gründung zunächst Zulieferungen für Stuhlfabriken und später Nussknacker sind es in den letzten zwanzig Jahren vor allem die charakteristischen Räuchermänner mit dem gedrechselten Bart, die bereits 2002 mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurden, und die Miniaturen in der Walnussschale, welche die Firma bekannt und unverwechselbar machten.  Beispielhaft steht dafür der Walnussbaum, welcher anlässlich des 90-jährigen Firmenjubiläums entwickelt wurde,

 

Björn Köhler - Kunsthandwerk, Eppendorf

Ein Grundprinzip der Werkstatt von Drechslermeister Björn Köhler, welche 1989 gegründet wurde, lautet "Sich auf das Wesen der Dinge konzentrieren und voller Neugier die eigene Welt erfinden". Jeder der sich mit den Erzeugnissen der Werkstatt beschäftigt hat, wird dies bestätigt finden. Es gibt wohl kaum eine Werkstatt im Erzgebirge, welche in dieser Weise moderne Formen mit traditioneller Handwerkstechnik verbindet und ein derartig individuelles Erscheinungsbild hat. Neben der Gestaltung ist es auch der Umgang mit dem Werkstoff Holz, welcher die Einmaligkeit und Natürlichkeit dieses Materials unterstreicht, einzigartig.  Beginnend mit  der "Heiligen Familie", welche bereits 1995 mit einen der ersten Hauptpreise ausgezeichnet wurde, ist ein umfangreiches Sortiment entstanden, welches bisher noch drei weitere Hauptpreise erhielt. Mit dem Weihnachtsmann-Trio, welches anlässlich des Firmenjubiläums entwickelt wurde, ist auf Basis der wohl bekanntesten Figur der Werkstatt eine witzige Figurengruppe entstanden, welche beispielhaft für das Sortiment der Firma steht.

 

Sonderpreis der Zeitung "Freie Presse" - Publikumspreis

Karsten Braune, Pulsnitz; Serie "Kugelmänne'l mobil - Sammelfiguren Minifahrzeuge"

2140 Leser der Zeitung "Freie Presse" gaben ihre Stimme für den Publikumspreis ab. Mit deutlichen Vorsprung auf den Nächstplatzierten entschieden sich 264 für die von Karsten Braune entwickelten "Kugelmänn'l mobil".

 

Eine vollständige Übersicht aller Preisträger seit 1995 ist zu finden unter: 

Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen - Virtuelle Galerie

copyright 2008   |    Impressum