Tradition & Form

Eine Kunst ist nur dann lebendig, wenn sie sich weiterentwickelt. Die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge wissen das seit Jahrhunderten und beleben ihre Kunst immer wieder mit neuen Impulsen. Jahr für Jahr entstehen neue Kreationen, die bei Liebhabern und Sammlern für Aufsehen sorgen. Manche neue Idee ist stark in der Tradition verwurzelt, einige Handwerker beleben eine alte Technik mit neuem Schwung, wieder andere gehen völlig neue Wege und präsentieren Figuren, die es so noch nie gegeben hat.

Um dieses Engagement und den Ideenreichtum zu fördern, hat der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller gemeinsam mit der ehemaligen Sparkasse Mittleres Erzgebirge, heutige Erzgebirgssparkasse, und dem ehemaligen Landkreis Mittleres Erzgebirge, heutigen Erzgebirgskreis, 1995 den Wettbewerb "Tradition & Form" ins Leben gerufen. Seit 2009 beteiligt sich die Tageszeitung "Freie Presse" mit der Vergabe eines Publikumspreises durch die Leser an der Auszeichnung. Jedes Jahr werden besonders innovative und attraktive Neuerungen mit diesem weit über die Branche hinaus beachteten Designpreis ausgezeichnet.

Mit dem Ziel die Attraktivität der Auszeichnung "Tradition & Form" weiter zu erhöhen, erfolgte 2015 eine grundsätzliche inhaltliche Überabeitung der Auszeichnung. Einzelheiten sind der aktuellen Auszeichnungssatzung zu entnehmen.  

Preisträger "Tradition & Form 2016"

Für die 22. Auszeichnung "Tradition& Form", welche wieder vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeugherstellere. V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und der Tageszeitung"Freie Presse" vergeben wurde, bewarben sich 17Firmen mit 18 Erzeugnissen, wovon 14 Exponate nominiert wurden. Die nominiertenErzeugnisse befinden sich alle in Serienproduktion und verkörpern nachAuffassung der Jury eine Neugestaltung oder eine wesentliche gestalterische Weiterentwicklung. Wie im Vorjahr wurdendie Hauptpreise ineinem zweistufigen Verfahren vergeben. In der ersten Stufe erfolgte eine Nominierungdurch die Jury und in einer zweiten Stufe nahm jedes Jurymitglied individuelleine Bewertung der nominierten Erzeugnisse nach einheitlichen Kriterien für dieHauptpreise vor. Im Ergebnis aller Bewertungen wurden die Hauptpreise vergeben.In gleicher Weise wurde auch der "Preisfür hervorragende Traditionspflege" vergeben. Dafür lagen in diesemJahr drei Bewerbungen vonExponaten, welche mindestens 30 Jahre Marktrelevanz im Bereich derErzgebirgischen Holzkunst®haben, vor. Die aus 11 Personen bestehende Jury, unter dem Vorsitz von ReinhardFriedemann,vergab die maximal drei möglichen Hauptpreise und einen Sonderpreis. Außerdem wurdeje ein Nachwuchspreisdes Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V., sowie ein Preis der Erzgebirgssparkasseund ein Preis desLandrates des Erzgebirgskreises vergeben. Auchin diesem Jahr wählten die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis aus.

Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden erstmalig zur Leipziger Messe Cadeaux vom 3. bis 5.9.2016 in der Präsentation Erzgebirge der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preisübergabe erfolgt öffentlich am 14. Oktober 2016 im Landratsamt des Erzgebirgskreises in Annaberg-Buchholz. Außerdem ist in diesem Jahr eine Präsentation aller ausgezeichneten und nominierten Exponate im Rahmen einer Ausstellung im Wasserschloss Klaffenbach vom 25.11.2016 bis 31.1.2017 vorgesehen.

Hauptpreise

Näumanns - Galerie für Holzkunst & Design, Seiffen; Pyramiden "ARENA" und "AREAL" ; Gestalter: Andreas H. Fleischer

Die Pyramiden "ARENA" und "AREAL" vervollständigen die bereits im Vorjahr ausgezeichnete Figurenserie "kavex" von Andreas Fleischer. Mit der minimalistischen Gestaltung und der Treppenform ist eine moderne und zeitlose Kombination entstanden, welche viel Platz für individuelle figürliche Dekoration bereit hält. Die aus Ahorn gefertigten und  in transparent, weiß oder schwarz lackierten Holzteile der Pyramiden kontrastieren hervorragend mit dem Aluminium der Pyramidensäule und des Flügelrades, welches zusätzlich noch glänzende Akzente setzt.

Werkstätten Flade, Olbernhau; Spieldose "Drei Haselnüsse"; Gestalterin: Kerstin Drechsel

Der Zauber der Geschichte und die einzigartige Filmmusik, welche Teil des überwältigenden und andauernden Erfolg des Märchens ist, waren die Grundlage für den Entwurf der gleichnamigen Spieldose. Dieser berühmten filmischen Vorlage und der damit verbundenen hohen Erwartungshaltung wurde die Gestaltung und Fertigung der Spieldose in hervorragender Weise gerecht. Dabei verbanden sich traditionelle Elemente der Werkstätten Flade, wie die filigranen Figuren mit Flachshaar, mit einer außergewöhnlichen Farbgestaltung durch neue perlmuttähnliche Oberflächen zu einem herausragenden Werk erzgebirgischer Figurenbildnerei.

PEWO, Neuhausen; Räuchermannserie "Nab'l Gunge"; Gestalter: Peter Wolf und Andreas H. Fleischer

Die Räuchermannserie zeichnet sich durch liebenswerte Detailgestaltung und spielerische Kombination der Figurenbestückung sowie durch eine facettenreiche und harmonische Farbgestaltung aus. Diese Liebenswürdigkeit der Serie wird durch die erzgebirgische Namensgebung noch unterstrichen. Aufgrund ihrer Gestaltung und der Figurengröße sowie der hervorragenden handwerklichen Verarbeitung sind die Räuchermänner der Serie "Nab'l Gunge" auch als ganzjährige Dekorationen nutzbar.

Preis für hervorragende Traditionspflege

KWO Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH; Rauch mann serie "Die Bärtigen" / "Die Buckligen"; Gestalter: Ilka Otte( ? ) und Gerd Kaden

Die 1978 entwickelte Rauchmannserie stellte eine einzigartige gestalterische Innovation auf dem Gebiet der Erzgebirgischen Räuchermänner® dar. Durch die seriell optimierte Gestaltung war es möglich mit fast gleichen Formteilen eine Vielzahl von markanten Typen als Räuchermänner darzustellen. Dies spiegelt sich im einzigartigen Erfolg dieser Serie - so wurden seit 1993 über eine Million Räuchermänner hergestellt (vorherige Stückzahlen liegen nicht mehr vor)- wieder. Auch heute werden noch jährlich ca. 15.000 Räuchermänner der Serie darunter unverändert die fünf Urtypen - produziert. Die gestalterische Innovation dieser Räuchermannserie ist auch der wesentliche Grund, dass 2004 erstmalig seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder für ein Erzeugnis der Erzgebirgischen Volkskunst® der Urheberrechtsanspruch gerichtlich zuerkannt wurde.

Preis der Erzgebirgssparkasse

Volkskunstwerkstatt Torsten Unger, Steinberg; Hängepyramide "Lignulum Candala"; Gestalter: Torsten Unger

Die Neugestaltung einer traditionellen Deckenpyramide besticht durch futuristische Akzente, welche aus den handgedrechselten Massivholzteilen mit samtweicher Oberfläche sowie den Edelstahldraht entstehen. Durch die farbliche Austauschbarkeit aller Figuren passt die Hängepyramide auch in unterschiedliche moderne Wohnambiente.              

Publikumspreis der Leser der "Freien Presse"

Seiffener Volkskunst eG, S-Pyramide; Gestalter Sven Reichel

Von insgesamt 1689 Leser der Freien Presse, dies sich an der Preisvergabe beteiligten, entschieden sich 309 für die S-Pyramide der Seiffener Volkskunst eG.

Preis des Landrates des Erzgebirgskreises

Holzbildhauermeister Hartmut Rademann, Schwarzenberg

"Das Erzgebirge ist noch immer fündig und von alters her wartet auch hier das Holz auf Männer, die verstehen, ihm die Sprache zu geben - mit diesem gewachsenem Material als KUNST-WERK um zu gehen. Die Schnitzarbeiten von Hartmut Rademann sind es." Diese Einschätzung des renommierten Holzkunstschaffenden Prof. Hans Brockhage im Jahr 2001 soll am Anfang der Laudatio für den Schwarzenberger Holzbildhauermeister Hartmut Rademann stehen. Der Sonderpreis des Landrates 2016 würdigt die Verdienste von Hartmut Rademann, insbesondere sein jahreslanges Engagement in der künstlerischen Nachwuchsarbeit. Hartmut Rademann ist mittlerweile nicht nur Schnitzer im herkömmlichen Sinne, sondern er ist  Holzgestalter, Jugendförderer, Ideengeber und Gewerbetreibender, der in seinem Geschäft auch Produkte anderer erzgebirgischer Holzbildhauer verkauft und in seiner "Galerie Rademann" Künstlern einen Raum für Ausstellungen bietet. Er bereichert mit seiner gesamten Persönlichkeit damit nicht nur die Stadt Schwarzenberg, sondern auch die Erzgebirgsregion. Seine Mitwirkung an Internationalen Kunstsymposien, z. B. in Malaysia, China und Korea, trägt u. a.  dazu bei, das Image des Erzgebirges und dessen traditionelle Holzgestaltung über die Grenzen hinaus zu tragen. Mit seiner Teilnahme an Holzgestaltersymposien im Erzgebirge, z. B. in Aue, bereichert er die Orte mit seinen Exponaten, die nach Fertigstellung der Ortsbildgestaltung dienen. Hartmut Rademann ist seit dem Jahr 1993 in der Volkskunstschule des heutigen Erzgebirgskreises als Kursleiter im Genre "Schnitzen" tätig. In diesem Zusammenhang ist es ihm gelungen, den Kindern und Jugendlichen  Kenntnisse in der freien Schnitzerei zu vermitteln sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten für deren Umsetzung. Die Teilnehmer an den Kursen erhalten keine Vorgaben was sie schnitzen sollen, sondern werden befähigt, selbständig, von der Skizze bis hin zur fertigen Arbeit,  unter seiner Anleitung, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Zudem betreut er seit dem Jahr 2003 die Kurse während des von der Volkskunstschule angebotenen "Schnitzurlaub im Erzgebirge", zu dem stetig wachsende Buchungszahlen zu verzeichnen sind. Seit dem Jahr 2004 ist der kul(T)our-Betrieb des Erzgebirgskreises Veranstalter des Kinder- und Jugendkunstsymposiums. Jährlich arbeiten die Teilnehmer nach einem speziellen Thema, das gemeinsam zwischen den Jugendlichen, den fachlichen Betreuern und der Projektleitung gefunden wird. Im Jahr 2004 gab es lediglich Teilnehmer im Bereich Holzgestaltung. Aufgrund steigender Resonanz  wurde das Angebot inzwischen um die Bereiche Spitzenklöppeln, Malerei und Grafik, Filzen und Pappmaschee erweitert. Hartmut Rademann arbeitet seit 2004 als einer der  fachlichen und künstlerischen Mentoren am Kinder- und Jugendkunstsymposium. Im Bereich Holzgestaltung gibt er den Teilnehmern Unterstützung bei der thematischen Umsetzung entsprechend der eingereichten Ideen. Er bereichert mit seinem eigenen Können und der erfolgreichen Arbeit sowie dem vertrauensvollen Umgang mit  Kindern und Jugendlichen die Ergebnisse des Symposiums. Die ergebnisorientierte Arbeit Rademanns in den Kursen der Volkskunstschule und der dort vermittelten Kenntnisse, der Ausprägung von Fertigkeiten und Fähigkeiten bildeten die Basis für die sehr guten Ergebnisse zum Kinder- und Jugendkunstsymposium im Bereich Holzgestaltung.

Sonderpreis für das Lebenswerk

Holzgestalter und ehemaliger Hochschullehrer in Schneeberg Dieter Groh (86), Kirchberg

Der Holzgestalter Dieter Groh wurde 1930 im westerzgebirgischen Burkersdorf geboren. Es war die farbenfrohe Welt der traditionellen Leuchterfiguren, die ihn frühzeitig gefangen nahm und nie mehr loslassen sollte. Obwohl er bald schon als gefragter Holzrestaurator galt, wurde für Dieter Groh erst das eigene Nachempfinden von Althergebrachtem in Verantwortung gegenüber den historisch gewachsenen Formen zum eigentlichen beruflichen Erlebnis. So widmet er sich seitdem ganz bewusst den aus dem 19. Jahrhundert überkommenen Techniken und drechselt, schnitzt, modelliert mit Brotteig. Mehr als zwei Jahrzehnte wirkte Dieter Groh an der Schneeberger »Fachschule für Angewandte Kunst«. War es doch sein Wunsch, all den Generationen von Studenten etwas vom Geheimnis der »Formen aus der Tradition des Erzgebirges«, wie es im Vorlesungskatalog hieß, nahezubringen. Seine Arbeiten haben Erwähnung gefunden in den Bibliografien zur sächsischen Volkskunst oder lassen sich in deren Museen ­betrachten. Ausstellungen im In- und Ausland haben seinen Namen bekannt gemacht. Von all seinen Miniaturen sei ihm die Geschichte von Adam und Eva und vom Apfel, einem in Seiffener Manier geschaffenen Paradiesgarten, besonders ans Herz gewachsen. Von seiner »Sehnsucht nach dem Paradies« ist in der Figurenwelt des Dieter Groh manches zu entdecken. (Quelle: Gottwald Klinger, 2010)

Preisträger "Tradition & Form 2015"

Im zwanzigsten Jahr des Bestehens der Auszeichnung "Tradition & Form", welche wieder vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und der Tageszeitung "Freie Presse" vergeben wurde, gab es einige Neuerungen. Die Hauptpreise wurden erstmalig in einem zweistufigen Verfahren vergeben. In der ersten Stufe erfolgte eine Nominierung durch die Jury und in einer zweiten Stufe nahm jedes Jurymitglied individuell eine Bewertung der nominierten Erzeugnisse nach einheitlichen Kriterien für die Hauptpreise vor. Im Ergebnis aller Bewertungen wurden die Hauptpreise vergeben. In gleicher Weise wurde auch der "Preis für hervorragende Traditionspflege" vergeben, wozu in diesem Jahr erstmalig die Möglichkeit bestand, sich mit Exponaten, welche mindestens 30 Jahre Marktrelevanz im Bereich der Erzgebirgischen Holzkunst haben, direkt zu bewerben. In diesem Jahr bewarben sich 14 Firmen mit 15 Erzeugnissen für die Hauptpreise, wovon 12 Exponate durch die Jury nominiert wurden. Die aus 12 Personen bestehende Jury unter dem erstmaligen Vorsitz von Reinhard Friedemann vergab die maximal drei möglichen Hauptpreise und zwei Sonderpreise. Außerdem wurde je ein Preis des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V., der Erzgebirgssparkasse und des Landrates des Erzgebirgskreises vergeben. Auch in diesem Jahr wählten die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis aus. Um den "Preis für hervorragende Traditionspflege" bewarben sich vier Firmen mit je einem Erzeugnis. Die Jury nominierte drei Exponate und vergab - gemäß Auszeichnungssatzung - einen Preis. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden erstmalig zur Leipziger Messe Cadeaux vom 5. bis 7.9.2015 in der Präsentation Erzgebirge der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preisübergabe ist für den Abend des 16. Oktobers 2015 in der Erzgebirgssparkasse in Annaberg-Buchholz vorgesehen.

Hauptpreise:

Näumanns - Galerie für Holzkunst & Design, Seiffen; Figurenensemble "kavex" mit Bäumen und Schafen; Gestalter: Andreas H. Fleischer

Vom traditionellen Bohren von Holzrohren inspiriert, werden die aufgesägten Rohrsegmente zu mantelartigen Grundkörpern, welche die Form des neuen modern-zeitlosen Figurenensembles "kavex" prägen. Klare Drehformen strukturieren die einzelnen Figuren und werden zu Köpfen und Händen, welche zugleich beweglich sind. Das verwendete feine Ahornholz und die weiße Lackierung setzen in Verbindung mit Metall glänzende Akzente, welche der Krippe ein anmutiges und elegantes Lichtspiel gibt. Hervorhebenswert ist, wie es den bereits mehrfach ausgezeichneten Holzgestalter Andreas Fleischer mit dem Figurenensemble "kavex" im sehr vielfältigen Krippensortiment gelingt, wieder neue Akzente zu setzen.

Horatzscheck Kunsthandwerk, Thermalbad Wiesenbad; Pyramidenleuchter "Harmonie"; Gestalter: Gunnar Horatzscheck

Die als reine Kegelform gestalteten Pyramidenleuchter, verkörpern eine neue Abstraktionsform bei den Erzgebirgischen Pyramiden. Herausgearbeiteten Strukturen auf der Kegeloberfläche und sich in unterschiedliche Richtung drehende Edelstahlflügelräder ermöglichen eine Vielfalt, welche die Strenge Grundform teilweise wieder auflösen. Ergänzende Schieferplatten regen zur Gestaltung einer Pyramidenlandschaft an. Mit diesen modern gestalteten Pyramidenleuchtern setzt Gunnar Horatzscheck in seiner bisher vorwiegend traditionell geprägten Figurenpalette neue und interessante Akzente für seine Werkstatt.

CULTFORM-Design, Glauchau / Holzdrechslerei Günther Spiegelhauer, Hallbach; "die STEREOTYPEN / die ARMLEUCHTER"; Gestalterin: Kathleen Scheurer

Erneut gelingt es der Gestalterin Kathleen Scheurer auf Basis einzelner geometrischer Grundformen eine Serie von vielseitig kombinierbaren minimalistischen Figuren zu gestalten, welche durch den Austausch des Oberteils auch Figuren wie Bergmann und Engel aus dem Bereich der Erzgebirgischen Holzkunst ermöglichen. So wird aus einem STEREOTYPEN ein ARMLEUCHTER. Angenehme Haptik und handwerkliche Qualität sowie einen spielerischen Reiz, aufgrund der Kombinierbarkeit, zeichnen die Figuren aus. Hervorhebenswert ist auch der dekorative Holzkasten, in dem das Figurenset angeboten werden kann.

Publikumspreis der Leser der "Freien Presse" Drechslerei Kuhnert GmbH, Steinberg / OT Rothenkirchen; Figurenserie "Räucherschnecken"; Gestalterin: Simone Küffner

Bereits zum zweiten Mal erhält die Drechslerei Kuhnert GmbH den Publikumspreis. In diesem Jahr entschieden sich 549 von 2.231 Teilnehmern für die "Räucherschnecken".

Preis für hervorragende Traditionspflege - Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT, Räuchermann "Weihnachtsmann - 15 cm"

Seit 1984 wird der Räuchermann "Weihnachtsmann -15 cm" am gleichen Ort unverändert hergestellt und ist mit seinem zeitlosen aber trotzdem unverwechselbaren Design sowie seiner aufwendigen Bemalung, welche auch heute wie vor 30 Jahren ausschließlich in Handarbeit erfolgt, zu einem Erkennungszeichen der heutigen Erzgebirgischen Holzkunst Gahlenz GmbH geworden. So ist er sowohl die Basisfigur einer ganzen Räuchermannserie mit einer Vielzahl von verschiedenen Räuchermanntypen als auch die Grundfigur für verschiedene Größen von 10 bis 220 cm, was einmalig in der Branche ist.

Preis des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. - Freilichtmuseum des Erzgebirgischen Spielzeugmuseums Seiffen

Das Freilichtmuseum Seiffen dient der Bewahrung von historischen Gebäuden, zur Darstellung der Lebensbedingungen in vergangenen Zeiten im Spielzeugwinkel sowie die Fortführung traditioneller Fertigungsverfahren wie das Reifendrehen. Somit ist das Museum ein lebendiger Magnet für Freunde des Erzgebirges und der Erzgebirgischen Volkskunst. Durch hervorragende Präsentation der Gebäude, der Darstellung alter Fertigungstechniken und des dörflichen Lebens sowie der Herstellung von Seiffener Reifenvieh® im alten Drehwerk wird die hohe handwerkliche Wertigkeit der erzgebirgischen Erzeugnisse sichtbar gemacht. Das Freilichtmuseum Seiffen dient der Traditionspflege der Erzgebirgischen Volkskunst®, ist Brückenbauer vom Gestern ins Heute und unterstützt somit den Bekanntheitsgrad der erzgebirgischen Holzkunsterzeugnisse.

Preis der Erzgebirgssparkasse - Holzbildhauer Jesko Lange

Herr Jesko Lange (geb. 1971) ist gelernter Bildhauer und arbeitet als Holzbildhauer und Figurenschnitzer in Zschorlau. Als Mitbegründer der Künstlergruppe "exponArt" nahm er an verschiedenen Ausstellungen und Bildhauersymposien in Berlin, Potsdam, Köln, Chemnitz, Annaberg, Lichtenstein, Zinnowitz und Aue teil. Er ist seit 2004 Vorstandsmitglied der Sächsischen Holzbildhauerinnung und seit 2007 Mitglied im kulturellen Beirat der Stadthalle Chemnitz. Neben modernen und zeitgenössischen Werken hat sich Herr Lange insbesondere auf Portraitdarstellungen, erzgebirgische-, bergmännische- und sakrale Skulpturen spezialisiert, die er auch individuell nach Kundenwunsch anfertigt. Insbesondere die erzgebirgstypische und bergmännische Tradition bestimmt die Gestaltung seiner Werke. Überregional bekannt wurde er durch seine Mitwirkung am "Annaberger Krippenweg". Mit seiner bisherigen Arbeit hat sich Herr Lange maßgeblich an der Förderung der erzgebirgischen Tradition im holzgestalterischen Bereich verdient gemacht.

Preis des Landrates des Erzgebirgskreises - Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V.; "Picus-Pyramide" mit Zubehör; Gestalter: Andreas H. Fleischer

Die überaus gelungene vielfältige Produktpalette des "Picus", dem Markenzeichen des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V, wurde durch die "Picus-Pyramide" komplettiert. Das entspricht dem Trend des Marktes, Sammler- bzw. Liebhaberstücke, gekonnt in Szene zu setzen. Dem Landrat des Erzgebirgskreises dient der Picus in seinem verschiedenartigen Design seit vielen Jahren als Repräsentationsgeschenk. So ist der Picus in limitierter Auflage auch zum Maskottchen des Musikfestes Erzgebirge geworden. Die Wirkung des Maskottchens mit seinem erzgebirgischen Charme fördert beim Überreichen an die internationalen Künstler von Weltrang stets den berühmten Aha-Effekt - Freude und Bewunderung für die erzgebirgische Holzkunst zutage. Mit der "Picus-Pyramide" setzt der Verband sein gelungenes Marketingkonzept fort.

Sonderpreis zum 100 jährigen Firmenjubiläum Wendt & Kühn KG, Grünhainichen

Als vor genau 100 Jahren das Familienunternehmen Wendt & Kühn in Grünhainichen von Grete Wendt und Grete Kühn, welche beide gemeinsam an der Königlich-Sächsischen Kunstgewerbeschule in Dresden studiert hatten, gegründet wurde, war wohl noch nicht abzusehen, in welch` einzigartiger Weise die Erzeugnisse der Firma die Entwicklung der Erzgebirgischen Volkskunst in der Zukunft prägen werden. Beispielhaft wird dies an den Engeln mit den grünen Flügeln und den elf weißen Punkten deutlich. Das 1923 von Grete Wendt entworfene Figurenensemble gewann 1937 auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille und einen Grand Prix. Damit gelang erstmals einer Erzeugnisgruppe der Erzgebirgischen Volkskunst internationale Beachtung, von der bis heute Unternehmen der Branche profitieren. Von Beginn an erweisen sich höchste Ansprüche an die Fertigungsqualität, konsequente Sortimentspflege und in jeder Gesellschaftsform zielgerichtete Vertriebs- und Marketingkonzepte nicht nur als zeitgemäß, sondern vor allem als zukunftsfähig.

Sonderpreis für hervorragendes Engagement bei der Erzeugnisentwicklung Erzgebirgische Volkskunst Knuth Neuber, Seiffen; Jahreszeitenbaum "Frühlingserwachen"; Gestalter: Michael Ramm

Der Jahreszeitenbaum "Frühlingserwachen" steht beispielhaft für die Erzeugnisentwicklung des Seiffener Familienunternehmens, welches 1892 gegründet wurde und derzeit in fünfter Generation von Knuth Neuber geführt wird. In den letzten Jahren gelang es der Firma immer wieder Akzente mit Neuentwicklungen in verschiedenen traditionellen Bereichen der Erzgebirgischen Holzkunst zu setzen. So wurde vor einigen Jahren mit dem Schwibbogen "Erzgebirge" erstmalig das traditionelle Schwarzenberger Motiv komplett einheitlich mit vollplastischen Figuren dargestellt. In Zusammenarbeit mit dem Holzgestalter Michael Ramm gelang es mit dem Jahreszeitenbaum das herkömmliche Flügelrad der Pyramide optisch aufzulösen und einen Laubbaum zu assoziieren. Es ermöglicht der Pyramide auch eine jahreszeitlich unabhängige Bestückung mit wechselbaren Miniaturen und verkörpert eine neue Qualität der Pyramidengestaltung.

Preisträger "Tradition & Form 2014"

Zum zwanzigsten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und der Tageszeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition & Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 19 Firmen mit 21 Erzeugnissen daran. Die aus 10 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab drei Hauptpreise und zwei Sonderpreise für Firmenjubiläen. Außerdem wurde je ein Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse und des Landrates des Erzgebirgskreises vergeben. Auch in diesem Jahr wählten die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis aus. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden erstmalig zur Leipziger Messe Cadeaux vom 6. bis 8.9.2014 in der Präsentation Erzgebirge der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Übergabe der Preise findet am Freitag, dem 17. Oktober 2014, um 17 Uhr im Landratsamt des Erzgebirgskreises in Annaberg-Buchholz statt. Dort werden die ausgezeichneten Erzeugnisse auch im Anschluss an die Preisübergabe im Foyer ausgestellt. 

Hauptpreise

Erzgebirgische Volkskunst Wolfgang Braun, Deutschneudorf; Serie "Drehkasteln" mit Display; Gestalter: Elisabeth und Wolfgang Braun

Mit den fünf verschiedenen Motiven  der "Drehkasteln"  werden  die Miniaturen der Werkstatt in einer vollkommen neuen Umgebung gestellt und mit dem Drehkästchen- Prinzip sowohl eine neue Präsentations- als auch eine neue Transport- und Aufbewahrungsmöglichkeit geschaffen.  Ergänzt wird dies durch ein passendes Display, welches eine optimale  Präsentation der "Drehkasteln" insbesondere im Fachhandel  ermöglicht. Sowohl die "Drehkasteln" als auch das Display widerspiegeln neben der gestalterischen auch die hohe handwerkliche Qualität der bereits mehrfach ausgezeichneten Deutschneudorfer Werkstatt von Wolfgang Braun.

Walter Werner Kunsthandwerk e. K, Inh. Siegfried Werner, Seiffen; "Das große Abendmahl" - 13 Figuren; Gestalter: Siegfried Werner

Mit den Figuren des Abendmahles liegt eine hervorragende Weiterentwicklung der Werner-Figuren in Verbindung mit einer erstmaligen Darstellung des Abendmahls in der Seiffener Volkskunst® vor. Bemerkenswert ist, wie es Siegfried Werner gelang, aus einem einheitlichen Grundkörper durch eine Vielzahl von Details  das Motiv und  Jesus mit seinen zwölf Jüngern sofort erkennbar zu machen.  Aufgrund ihrer stehenden Stellung sind die Figuren des Abendmahls in verschiedener Weise kombinierbar  und geeignet auch andere biblische Motive in Verbindung mit anderen Figuren darzustellen.  Siegfried Werner setzt mit seinen "Großen Abendmahl" die herausragenden Leistungen der Seiffener Werkstatt seines Vaters in würdiger Weise fort. 

Kunsthandwerk Horatzscheck, Drechslermeister und Gestalter Gunnar Horatzscheck, Thermalbad Wiesenbad; Lichterbogen & Paravantkrippe; Gestalter Prof. Friedrich Saalborn ( ? )

Gunnar Horatzscheck hat mit dem Lichterbogen und der Paravantkrippe die einzigartigen aber in der Erzgebirgischen Volkskunst® eher unkonventionelle Form- und Farbgestaltung von Prof. Saalborn erstmalig in höchster Qualität in die Serienproduktion umgesetzt. Dabei ist es ihm gelungen, die filigranen, farbigen und dekorativen Eigenheiten der Figuren zu bewahren, sowie mit Lichterbogen und Paravantkrippe Erzeugnisse mit einem hohen Alleinstellungsmerkmal zu schaffen.

Publikumspreis der Leser der "Freien Presse"

Kunsthandwerk Björn Köhler, Eppendorf; Weihnachtsmanngruppe; Gestalter: Björn Köhler

258  von  knapp 2.000 Lesern der Tageszeitung "Freien Presse" entschieden sich für die neuen Weihnachtsmannmotive "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten", "Familienausfahrt" und "Motorradfahrer" von Björn Köhler. 

Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse

Günter Gläser Leuchtenherstellung, Deutschneudorf; LED-Schwibbögen "Seiffen" und "Betlehem"; Gestalter: Günter Gläser und Rene Weinhold

Bei den ausgezeichneten LED-Schwibbögen mit dem Logo weigla® handelt es sich um eine neue vom klassischen Schwibbogen abweichende Form, welche die Transparenz des Plexiglas mit einem leuchtenden, farbintensiven Kanteneffekt als Gestaltungselement nutzt. Ergänzt wird dies durch einen 3D-Effekt, welcher sich aus verschiedenen Lagen von lasergravierten Sperrholz ergibt. Mit der Auszeichnung würdigt die Erzgebirgsparkasse insbesondere die Verbindung von klassischen erzgebirgischen Schwibbögenmotiven mit modernen Materialien und Gestaltungen. 

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises

Marlen Tröger Holzkunst - Handwerk, Röhrsdorf; "Handkrippe"; Gestaltung: Marlen Tröger

Mit der Handkrippe hat Marlen Tröger ein serienmäßig hergestelltes Kleinkunstwerk mit hoher emotionaler Wirkung geschaffen, welches sich durch eine auf das Wesentliche reduzierte Formensprache im Krippenmotiv, durch eine einzigartige Haptik sowie durch eine hervorragende handwerkliche Verarbeitung auszeichnet. Anspruchsvoll gestaltete Produkt- und Firmenunterlagen ergänzen den hochwertigen Gesamteindruck. Mit dem Sonderpreis würdigt der Landrat des Erzgebirgskreises auch die konsequente berufliche Entwicklung von Marlen Tröger von der Ausbildung zum Holzspielzeugmacher bei der Wendt & Kühn KG und an der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen des Erzgebirgskreises über die Meisterausbildung in diesem Beruf bis zu dem vor zwei Jahren aufgenommenen Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg als Holzgestalterin.   

Sonderpreis für 100 jähriges Firmenjubiläum

Firma Spielwarenmacher Günther, Seiffen

Die 1914 von Rudolf Frohs dem Urgroßvater des heutigen Firmeninhabers Tino Günther gegründete Seiffener Werkstatt steht beispielhaft für die generationsübergreifende Entwicklung eines Seiffener Handwerksbetriebs.Hervorhebenswert ist, dass die Firma sich über ihre unmittelbare Produktion und Verkauf hinaus in den letzten Jahrzehnten  auch für die Interessen der Gesamtbranche einsetzte. So war sie u. a. maßgeblich mit daran beteiligt, dass der Beruf des Holzspielzeugmachers 1996 als bundesweiter Ausbildungsberuf anerkannt wurde und unterstützte in den Folgejahren auf verschiedene Weise die Verbundausbildung Holzspielzeugmacher.

Sonderpreis zum 25 jährigen Firmenjubiläum

Günter Reichel, Pobershau

Die Werkstatt von Günter Reichel bestimmte in den zurückliegenden 25 Jahren maßgeblich die moderne Figurenbildnerei im Erzgebirge mit. Bereits 1995 war sie mit den Knobelfiguren eine der ersten Preisträger der Auszeichnung "Tradition & Form", und erhielt seitdem die Auszeichnung insgesamt viermal. Das Markenzeichen der Firma sind seit 1997 die Schutzengel, welche aus der seit dem gleichen Jahr  bestehenden Zusammenarbeit mit dem Holzgestalter Andreas Fleischer entstanden und 1998 ebenfalls ausgezeichnet wurden. Weitere bekannte und ausgezeichnete Serien der Pobershauer Werkstatt sind die Glücksbärchen und die Hosen-Hasen. Neben höchster gestalterischer und handwerklicher Qualität zeichnet die Firma von Günter Reichel auch eine konsequente Umsetzung eines firmenspezifischen corporate identity aus, wie es im Bereich der Erzgebirgischen Holzkunst® beispielhaft ist. Als langjähriges Vorstandsmitglied im Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller brachte sich Günter Reichel auch intensiv in die Weiterentwicklung der Branche und insbesondere des Fachhandelsringes Erzgebirgische Volkskunst mit ein.        

Olbernhau, den 5.8.2014

Preisträger "Tradition & Form 2013"

Zum neunzehnten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und mit der Zeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition & Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 21 Firmen mit 21 Erzeugnissen. Die aus 12 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab drei Hauptpreise und einen weiteren Hauptpreis "Für hervorragende Traditionspflege". Außerdem wurden Sonderpreise der Erzgebirgssparkasse und des Landrates des Erzgebirgskreises sowie zwei weitere Sonderpreise für das Lebenswerk bzw. für ein Jubiläum vergeben. Auch in diesem Jahr haben die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis ausgewählt. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden zur Leipziger Messe Cadeaux vom 14. bis 16.9.2013 in der Präsentation Erzgebirge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Übergabe der Preise findet am Sonnabend, den 21.Oktober 2013, um 16 Uhr im Olbernhauer TIVOLI statt.  

Hauptpreise

Erzgebirgische Holzspielwaren Ebert GmbH, Olbernhau / OT Blumenau; Serie "dasNikolaushaus", Gestalterin: Kathleen Scheurer

Die Serie "dasNikolaushaus" besteht aus einer Vielzahl von hölzernen Häusern, welche auf einer einzigen  Urform des Hauses beruhen. Obwohl das Design auf das Wesentliche reduziert wurde, ergibt sich aus den unterschiedlichen Größen, der Farbenvielfalt und den verschiedenem Ausführungen - dasRäucherhaus, dasKerzenhaus, dasGewächshaus - ein großer Variantenreichtum. Natürliches Material, handwerkliche Qualität und traditionelle Formensprache verbinden sich mit moderner minimalistischer Linienführung.

Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT; Rauchfiguren "Finanzprüfer" und "Finanzprüferin"

Mittels satirischer Überhöhung wurden aus aktuellen Anlass zwei Rauchfiguren gestaltet, welche auf einfache gedrechselte Formen beruhen. Durch ihre sorgfältige Bemalung in Verbindung mit Applikationen besitzen diese Figuren einen hohen Wiederkennungswert. Technologisch bemerkenswert ist das "Dampf-Ablassen" unter den Armen, welchen diesen Figuren einen zusätzlichen Reiz geben und die satirische Aussage unterstützen.

Dregeno Seiffen eG; "Dregeno Wichtel Edition 2013", Gestalter Karl-Heinz Pinkert

Mit den (Räucher-)Wichteln liegt ein neues Gestaltungsprinzip einer Räuchermanns vor, welches auf einem zweifach geschnittenen Kegel beruht. Trotz dieser einfachen geometrischen Grundform gelingt es durch Armhaltung und Zubehör sehr unterschiedliche unverwechselbare und witzige Typen zu gestalten. Mit dem in den Namen "Alex", "Andy" und "Arne" dargestellten Stabreim wird der humoristische Charakter der Wichtel noch unterstrichen.  Als Ergänzung der Wichteledition schlägt der "Lichter-Klaus" mit den "Lumix-Kerzen" die Brücke zwischen traditionellen Kunsthandwerk und moderner Technologie.

 

Preis für ausgezeichnete Traditionspflege

Drechslerei Stephani, Inh. Heiner Stephani, Olbernhau

Obwohl die Werkstatt erst 1981 durch Peter Stephani, den Vater des heutigen Inhabers, gegründet wurde reicht die Tradition weiter zurück. Als Angestellter der damaligen Hodrewa Rothenthal entwickelte Peter Stephani vor über 50 Jahren die Räuchermannserie Wichtel, welche zunächst in der Hodrewa und ab 1981 bis heute in den Farben blau, rot und grün in der eigenen Werkstatt produziert wird. Die Wichtel von Peter Stephanie sind ein Beispiel für eine Räuchermannserie, welche über viele Jahrzehnte das Bild des Erzgebirgischen Räuchermanns mit geprägt hat.

Mit dem traditionellen Schwebengel, griff Heiner Stephani 2002 eine klassische Figurenserie, welche insbesondere im 19. Jahrhundert im Erzgebirge weit verbreitet war, wieder auf und gestaltete diese nach alten Vorlagen neu. Heute ist er einer der wenigen Handwerker im Erzgebirge, der dafür sorgt, dass die Schwebengel nicht nur im Museum zu bestaunen sind, sondern auch in den Wohnstuben deutschlandweit ihr Kerzenlicht verbreiten.

Neben den Erzeugnissen der Drechslerei Stephani widerspiegelt sich die Traditionspflege dieser Werkstatt auch in der Bewahrung einer speziellen Handdrechseltechnik. Heiner Stephani ist einer der wenigen Drechsler, welcher noch die Technik des "Linksdrehen" beherrscht und auch regelmäßig auf seiner Linksdrehbank vorführt. Diese spezielle Handdrechseltechnik war bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts im mittleren Erzgebirge weit verbreitet und kam insbesondere dann zum Einsatz, wenn es darum ging, eine größere Stückzahl gleicher Teile zu drechseln.

             

Publikumspreis der Leser der "Freien Presse"

Hobler - Figuren mit Herz, Grünhainichen; Schneemannserie "Fritz & Otto"; Gestalter Dirk Hobler und Romy Hobler-Kirsch

428  von über 2.500 Lesern der Freien Presse entschieden sich für die Schneemänner "Fritz & Otto".  

Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse

Luma Licht & Bewegung, Kristina Richter, Chemnitz; "Luma- Pyramiden"

Ausgehend von bekannten Pyramiden mit einem rechteckigen Leistengestell entwickelte Kristina Richter eine vollkommen neue, moderne Pyramidenserie, welche sich insbesondere durch eine einzigartige Widerspiegelung des Lichtreflexes in einem hängenden Edelstahlgitter auszeichnet. Dabei musste auch eine neue Aufhängung für das Lichtspiel entwickelt werden. Unterschiedliche Hölzer  für das Gestell sowie verschiedene Oberflächen für die metallenen Flügelräder ermöglichen eine große Vielfalt. Die moderne Pyramidenserie Luma-Pyramiden ist aufgrund ihres modernen Designs auch geeignet ein Publikum anzusprechen, welches bisher noch keinen direkten Bezug zur Erzgebirgischen Volkskunst® hatte.

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises

Holzgestalter Diplom-Designer Andreas H. Fleischer; Witzschdorf

Diplom-Designer Andreas H. Fleischer erhält den Sonderpreis des Landrates 2013 für seine herausragende Gestaltung und Umsetzung moderner Figurenbildnerei in der Erzgebirgischen Volkskunst®.

Der 1953 geborene Holzgestallter widmete sich nach seinen Abschluss seines Studiums an der Hochschule für Kunst und Design in Halle Burg/Giebichstein 1980 zunächst vor allem der Gestaltung von Spielmitteln und Spielplätzen sowie von Holzskulpturen. Seit Ende der 90-gerJahre arbeitet Andreas H. Fleischer als Freischaffender Holzgestalter in Witzschdorf.

Mit der Auslobung des Preises "Tradition & Form" 1995 ist er in dessen Jury tätig und hat in dieser Eigenschaft maßgeblich die Entwicklung der Erzgebirgischen Volkskunst® mitgeprägt. Seit dieser Zeit besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V.. Dabei unterstütze er insbesondere die Ausbildung zum Holzspielzeugmacher und entwickelte für diese das Sortiment der Lehrproduktion, welches 2002 mit einem Preis "Tradition & Form" ausgezeichnet wurde. Auch entwickelte er das "Verbandsmaskottchen" Picus, welches sich seit 2007 als Sammlerfigur und als Räuchermann großer Beliebtheit erfreut. Es steht als ein Beispiel sowohl für die moderne Figurenbildnerei des Erzgebirges sowie als auch als Botschafter für die gesamte Erzgebirgische Volkskunst®. Dazu trägt auch bei, dass diese Figur in modifizierter Form seit 2010 das Maskottchen des "Musikfestes Erzgebirge" ist. Das Design der vom Verband mit Förderung des Freistaates Sachsen in den Jahren 2007 bis 2010 durchgeführte Image- und Marketingkampagne "Die Kunst zum Leben." wurde ebenfalls von Andreas H. Fleischer mit gestaltet.

Seit 1994 hat die Zusammenarbeit von Andreas Fleischer mit der Werkstatt von Günter Reichel in Pobershau wesentlich das moderne Erscheinungsbild dieser Werkstatt geprägt. Daraus gingen auch zahlreiche ausgezeichnete Erzeugnisse hervor. So erhielten Preise für Tradition & Form u. a. "Die kleinen Schutzengel" 1998, die  "Glücksbärchen" 2005 und die "Hosen- Hasen" 2012.

Neben Gestaltungen aus der eigenen Werkstatt wie die "Schwebengel 100-1", welche 2011 ausgezeichnet wurden, ist Andreas H. Fleischer auch  seit einigen Jahren für die KWO Kunstgewerbe-Werkstätten GmbH Olbernhau als Gestalter tätig. Die daraus entstandene Räuchermännchenserie "Kleine Kerle" wurde 2011 mit der Auszeichnung Tradition & Form gewürdigt.

Designer Andreas H. Fleischer setzt gegenwärtig mit der Umsetzung des Auftrages Kunst am Bau - moderne figürliche Holzkunst im Foyer/Atrium im Verwaltungsneubau des Landratsamtes des Erzgebirgskreises in Annaberg-Buchholz - sein erfolgreiches Schaffen fort. Durch hängende bzw. stehende figürliche Elemente, die stilisiert u. a. Engel und Bergmann verkörpern, geht erzgebirgische Holzkunst eine gelungene Symbiose mit dem neuen Baukörper ein und lässt Tradition und Brauchtum der Region für den Betrachter in eigner Art sichtbar werden. Ergänzt wird dies durch ein bewegliches Wandrelief, in welchem Höhenzüge des Erzgebirgskammes durch Herausarbeiten der Holzstruktur besonders zur Geltung kommen. 

Zusammenfassen kann man zum Wirken von Andreas H. Fleischer sagen, dass seine Erzeugnisse durch Kreativität und Ideenreichtum Perfektionalität erlangen. Formale und technische Eigenständigkeit, meisterliche Umsetzung gepaart mit einer besonderen Witzigkeit prägen diese.  Andreas  H. Fleischer verkörpert mit seinem Schaffen ausdrucksstark die Entwicklung von traditioneller Holzkunst hin zu moderner Gestaltung, jedoch immer unter dem Blickwinkel stehend, die Einzigartigkeit Erzgebirgischer Volkskunst® zu bewahren.

Sonderpreis für das Lebenswerk

Helfried Dietel, Seiffen

Mit Helfried Dietel wird anlässlich seines Ausscheidens als Geschäftsführer der Dregeno Seiffen  eG ein Persönlichkeit mit einem Sonderpreis für das Lebenswerk geehrt, die wie kaum eine andere  die Entwicklung der Erzgebirgischen Volkskunst® geprägt und insbesondere das genossenschaftliche Handwerkswesen in diesem Bereich in den letzten 25 Jahren entscheidend mit gestaltet hat.

Seit Beginn seiner Lehrzeit als Holzdrechsel 1963 ist Helfried Dietel, geboren 1949 in Seiffen nunmehr 50 Jahre  in der Herstellung bzw. Vertrieb der Erzgebirgischer Holzkunst® tätig.  Zunächst arbeitete er als Drechsler, dann als Verantwortlicher für Patent-, Muster- und Zeichenwesen und Bereichsleiter in der Richard Glässer KG in Seiffen. 1971 schloss er einen Meisterlehrgang und 1980 ein Ingenieurstudium erfolgreich ab. Bereits in den Jahren 1974/75 war er wesentlich am ersten Musterschutzprozess des Außenhandels der damaligen DDR gegen Billigimporte von mehrstöckigen Pyramiden aus Fernost in die BRD beteiligt. Von 1976 an war er Technischer Leiter und ab 1980 Produktionsleiter sowie stellvertretender Betriebsdirektor der VEB Erzgebirgische Volkskunst Seiffen. Ab 1987 war Helfried Dietel stellvertretender und ab 1990 Geschäftsführer der Dregeno Seiffen. In dieser Eigenschaft war er 1990 Mitbegründer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. und gehörte bis 2011 dem Vorstand als Stellvertretender und von 1994 bis  2004 als Vorsitzender an. Seit Stiftung der Auszeichnung Tradition & Form 1995 ist Helfried Dietel als Vorsitzender der Auszeichnungsjury tätig. Auch in diesen Funktionen nahm er wesentlichen Einfluss auf die Erzeugnisentwicklung der Erzgebirgischen Volkskunst®. Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten im Genossenschaftswesen fallen ebenfalls in diesen Zeitraum.

Sowohl als Geschäftsführer der Dregeno oder als Vorstandsmitglied bzw. Vorsitzender des Verbandes sowie in seinen weiteren Ehrenämtern trat Helfried Dietel immer für ein Miteinander und ein gemeinsames Auftreten auf. Ein Hauptanliegen ist ihm, die traditionellen Werte des Erzgebirges zu bewahren und weiterzuentwickeln, wozu für ihn auch soziale Gerechtigkeit gehört. So konnte praktisch jeder Betrieb, der sich in unverschuldeten wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand, auf seine Unterstützung zählen. Dieses wirtschaftliche und soziale Engagement verbunden mit einem umfangreichen fachlichen Wissen und großem Erfahrungsschatz versuchte Helfried Dietel auch an über 100 Auszubildende weiterzugeben, welche von ihm betreut wurden.

Sonderpreis anlässlich Jubiläum

Klein-Erzgebirge e. V. , Oederan

Der Verein betreibt mit 80 Jahren den wahrscheinlich ältesten Miniaturpark der Welt. Seit der Gründung im Mai 1933 besuchten über 10 Millionen dieses einzigartige Kleinod der Erzgebirgischen Volkskunst®. Der Ursprung dieser  Ausstellung von Miniaturgebäuden des Erzgebirges liegt im traditionellen erzgebirgischen Heimatberg, welche erstmalig im Freien aufgestellt wurden.. Aus den Gründungsjahren sind heute noch die Wehrkirche Lauterbach, ein Wohnhaus aus Pfaffroda und das Teichwächterhaus Großhartmannsdorf im Original erhalten. Ältere Modelle, die kaputt waren, wurden durch Ersatzneubauten originalgetreu nachgefertigt, so dass der ursprüngliche Charakter des Parks bis heute erhalten ist - trotz Anpassung an neue Zeit und ständige Erweiterungen.

Neben der Traditionspflege widmen sich die ca. 50 Mitglieder in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch der Nachwuchsförderung. So ist die Kinder- und Jugendarbeit fester Bestandteil der Arbeit des Vereins.

Preisträger "Tradition und Form 2012"

Zum achtzehnten Mal wurde vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und mit der Zeitung "Freie Presse" die Auszeichnung "Tradition und Form" vergeben. In diesem Jahr beteiligten sich 28 Firmen mit insgesamt 30 Erzeugnissen. Die aus 12 Personen bestehende Jury unter dem Vorsitz von Helfried Dietel vergab fünf Hauptpreise. Außerdem wurden ein Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse und ein Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises sowie zwei weitere Sonderpreise für das Lebenswerk vergeben. Auch in diesem Jahr werden die Leser der Zeitung "Freie Presse" ein Exponat für einen Publikumspreis auswählen. Dazu werden nach einer Vorauswahl durch die Jury und der "Freien Presse" 20 der eingereichten Exponate in der Zeitung und im Internet veröffentlicht. Die ausgezeichneten Erzeugnisse werden zur Leipziger Messe Cadeaux vom 1. bis 3.9.2012 in der Präsentation Erzgebirge erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Preisübergabe findet am Freitag, den 26.Oktober 2012, um 16 Uhr in der Galerie des Frohnauer Hammers in Annaberg-Buchholz statt. Dort werden die ausgezeichneten Exponate auch in einer gemeinsamen Ausstellung mit dem Verbandes Erzgebirgischer Schnitzer e. V. bis zum 3.2.2013 zu sehen sein.

Hauptpreis und Publikumspreis der Leser der "Freien Presse"

Kunsthandwerk Björn Köhler, Eppendorf; "Schlingel"; Gestalter: Björn Köhler

Die Figur des "Schlingels" wurde von Björn Köhler als Maskottchen und Preis für das gleichnamige Chemnitzer Kinderfilmfestival entwickelt und in diesem Jahr in verkleinerter Form in limitierter Serie für den Verkauf hergestellt. Auch mit dieser Figur ist es Björn Köhler wieder gelungen, ein hochwertiges und witziges Erzeugnis im Design seiner Werkstatt mit hoher Aussagekraft zu gestalten. Wie alle seine Figuren zeichnet sich auch der "Schlingel" durch eine hohe Qualität in der Verarbeitung aus. Hervorhebenswert ist auch die gelungene Umsetzung des dynamischen Erscheinungsbildes der Figur in entsprechende ausschließlich gedrechselte Körperteile. Mit 227 von insgesamt 2079 abgegebenen Stimmen wählten auch die Leser der Tageszeitung "Freien Presse" den "Schlingel" als ihren Favoriten und somit zur Auszeichnung mit dem Publikumspreis.

Hauptpreise

Günter Reichel - Werkstatt moderner Figurenbildnerei, Pobershau; "Hosen - Hasen", Gestalter: Andreas Fleischer

Mit der sechsteiligen Serie "Hosen - Hasen" ist der Werkstatt Günter Reichel und dem Gestalter Andreas Fleischer erneut eine Figurenserie gelungen, welche sich durch formale und technische Eigenständigkeit sowie durch hohe Qualität auszeichnet. Dadurch, dass alle Details plastisch/ reliefartig ausgeführt werden, sind vielfältige Haltungen und Posen möglich, welche über die derzeitig vorgestellten hinausgehen. Wie immer aus dieser Werkstatt werden die "Hosen - Hasen" mit dazu gestalteter Verpackung, Banderole, Leporellos und Präsentationshilfsmittel angeboten. Der witzige Charakter der "Hosen - Hasen" wird auch durch das konsequent verwendete Stabreimprinzip sowohl bei der Bezeichnung der Serie als auch bei den verwendeten Namen der Hasen - Herbert, Hubert, Holger, Hugo, Heiner und Helmut - unterstrichen.

Firma Karsten Braune, Pulsnitz; "Wippel Zippel", Gestalter: Karsten Braune

Die Miniaturserie charakterisiert eine aus der Drehform resultierende Beweglichkeit und zeichnet sich durch eine einfache Gestaltung aus, welche durch unterschiedliche Accessoires und verschiedene Farbgebung vielfältige Variationsmöglichkeiten gestattet. Damit hat Karsten Braune erneut ein witziges, kleines aber hochwertiges hölzernes "Mitbringsel" aus dem Erzgebirge geschaffen, welches durch ein passendes Verkaufsdisplay ergänzt wird.

Erzgebirgische Volkskunst Wolfgang Braun, Deutschneudorf; Farbige Engel sowie naturbelassene / gebeizte Engel und Bergmann aus Linde; Gestalter: Wolfgang Braun

Ausgehend von dem traditionellen Engel und Bergmann hat Wolfgang Braun mit den farbig lasierten Engeln in Regenbogenoptik neue Akzente gesetzt, welche in Verbindung und Ergänzung mit den naturbelassenen gebeizten Engel und Bergmann die klassische Schlichtheit und Aussagekraft dieser Figuren verdeutlichen. Durch die Oberflächengestaltung, welche mittels der dekorativen Verwendung von Holzblumen zusätzlich aufgewertet wird, erhalten die Engel ein eigenständiges Erscheinungsbild, welches eine Verwendung über den weihnachtlichen Lichterengel, z. B. als Tauf- oder Konfirmationsgeschenk, hinaus ermöglichen.

Volkskunstwerkstatt Torsten Unger; Steinberg; "Lignulum Arcus", Gestalter: Torsten Unger

Mit dem "Lignulum Arcus" erfolgt unter Verwendung der RGB LED-Lichttechnik eine bemerkenswerte moderne Umsetzung des traditionellen erzgebirgischen Schwibbogens, welche durch eine neu gestaltete Kurrende mit Kirche, Häusern und Bäumen komplettiert wird. Das unter der Bezeichnung "Lignulum" (lat. Holz und Licht) entwickelte Design ist geeignet, eine jüngere design- und technikorientierte Kundengruppe anzusprechen und dieser die Traditionen der Erzgebirgischen Volkskunst® weiterzugeben. 

Sonderpreis der Erzgebirgssparkasse

Kleinkunst aus dem Erzgebirge Müller GmbH, Seiffen; Moderne Ganzjahrespyramide mit Vogelhochzeit; Gestalter: Michael Broßmann, Thomas Hensel, Anja Möller

Mit der Ganzjahrespyramide ist es gelungen, eine moderne, nichtweihnachtliche Pyramide in der Farb- und Formensprache der Firma in hoher gestalterischer Qualität zu entwickeln. Die Darstellung des Motivs, die Gestaltung des Pyramidenkörpers, die pastelle Farbigkeit und die Blütenform des Flügelrades verbinden sich zu einem harmonischen Gesamteindruck, der auch aufgrund des fröhlich-witzigen Ausdrucks geeignet ist, breite Kundenkreise - darunter auch jüngere - anzusprechen.

Sonderpreis des Landrates des Erzgebirgskreises

Verband Erzgebirgischer Schnitzer e. V., Schneeberg Der Sonderpreis des Landrates geht in diesem Jahr an einen Verein der in der Tradition des 1922 gegründeten "Verband Erzgebirgischer Bildschnitzer" steht und somit sein 90-jähriges Jubiläum begeht. Der Verband Erzgebirgischer Schnitzer e. V. vereint heute 18 Vereine und Einzelschaffende mit insgesamt ca. 250 Mitgliedern aus dem gesamten Erzgebirge. Der Verband hat sich der Bewahrung und Weiterentwicklung der Tradition des erzgebirgischen Schnitzens verschrieben. Das Schnitzen ist ein unverwechselbarer Bestandteil des erzgebirgischen Brauchtums. Mit Präzision, Leidenschaft und Liebe zum Detail verstehen es die Schnitzer, einzigartige Kunstwerke und damit Volkskunst zu schaffen, die charakteristisch für unsere Region ist. Das besondere Engagement des Verbandes beweist, dass Tradition nichts Altes oder Verstaubtes in sich trägt. Sie wird durch Kreativität und Individualität weiterentwickelt und immer wieder neu interpretiert. Nur so bleibt sie auch lebendig. Von daher steht im Verband die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und deren Förderung in den Vereinen, Schulen und der Schnitzschule im Vordergrund. Dieses Engagement ist hoch zu bewerten. Das Vermitteln von Traditionen und Grundwerten an die junge Generation ist gleichwohl persönlichkeitsbildend und trägt zu einer sinnvollen Freizeitbetätigung und einem befördernden Miteinander in der Gemeinschaft bei.

Sonderpreise für das Lebenswerk

Holzbildhauermeister und Anerkannter Kunsthandwerker Reinhold K. Müller, Stützengrün

Die Auszeichnung von Reinhold K. Müller mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk erfolgt anlässlich seines 30jähriges Jubiläum als Holzbildhauermeister. In dieser Zeit hat er immer nur eins geschnitzt: Die Weihnachtsbotschaft. Dabei hat er stets versucht nicht immer Gleiches zu produzieren, sondern - wie in seinem beruflichen und gesellschaftlichen Werdegang auch - Spielräume kreativ zu nutzen. Insofern war es für ihn selbstverständlich, dass er nicht mit dem Gedanken gespielt hat, in eine Massenproduktion einzusteigen, da damit sein Gefühl für die Aussage seiner Figuren verloren gegangen wäre, wie er es selber einschätzt. Anregungen zu seinen Arbeiten holt Reinhold K. Müller sich nicht nur aus der sprachlichen Übermittlung der biblischen Geschichte selbst. Er versucht, sich in die Zeit hineinzuversetzen und so seine Krippenszenen mit Leben zu erfüllen. Das einfache Volk ist es, das seine Krippendarstellungen so lebendig macht, seien dies die Gefolgsleute der Heiligen Drei Könige, die Hirten oder die römischen Soldaten. Auch seine Kunden werden von ihm aufgefordert, sich Gedanken über ihre eigenen Krippen zu machen.

Drechslermeister und Diplomingenieur Rolf Steinert, Olbernhau

Rolf Steinert erhält den Sonderpreis für sein Lebenswerk vor allem für seinen maßgeblichen Beitrag an der Erzeugnisentwicklung im Bereich der Erzgebirgischen Volkskunst® in den vergangenen 50 Jahren. - 3 - Schon während seiner Ausbildung zum Ingenieur für Holztechnik und zum Drechslermeister war der gelernte Bau- und Möbeltischler sowie Drechsler an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg tätig. 1966 wurde er Sekretär der Erzeugnisgruppe Raum- und Tafelschmuck und war der geistige und organisatorische Vater des 1968 gegründeten Warenzeichenverbandes für Kunsthandwerk und Kunstgewerbe e. V., dessen Geschäftsführer er bis 1990 war. In dieser Tätigkeit nahm er wesentlich Einfluss auf die Erzeugnisentwicklung in der Erzgebirgischen Volkskunst und auf das gesamte Kunstgewerbe der ehemaligen DDR. Unter seiner Führung wurden Qualitätsrichtlinien entwickelt, welche heute noch Bestand haben. Hervorhebenswert ist auch sein Beitrag für die Entwicklung und den internationale Rechtsschutz von Qualitätsmarken und geografischen Herkunftsangaben. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Publikationen und zwei Fachbücher. 1990 überführte er den Warenzeichenverband in den Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V., dessen erster Vorsitzender er bis 1994 war und dessen Ehrenmitglied er seitdem ist. Seit der ersten Preisvergabe Tradition & Form 1995 ist er Mitglied in der Jury. Von Rolf Steinert ging auch die Initiative zur Durchführung des ersten internationalen Drechselsymposiums in Deutschland im Jahre 2000 in Olbernhau aus, das noch heute große Ausstrahlung hat, und dessen maßgeblicher Organisator er gemeinsam mit dem Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. war.

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